Unterführung der Regionalbahn am Knotenpunkt 1 der B158 n der Ortsumfahrung Ahrensfelde
Der Presse war mehrfach zu entnehmen, dass vorbereitende Untersuchungen durch den Landesbetrieb für Straßenwesen durchgeführt werden, um das Planfeststellungsverfahren für die Ortsumfahrung B 158 n wieder eröffnen (fortführen) zu können.
Da das Planfeststellungsverfahren seit 2012 ruht, muss eine Aktualisierung der Planungsunterlagen erfolgen. Zudem sind 3 Grundsatzfragen zu klären:
- Ist der Knotenpunkt 1 am Ortseingang Ahrensfelde/Berlin leistungsfähig?
- Mit wieviel zusätzlichem Verkehr muss aus der TVO für die Ortsumfahrung gerechnet werden?
- Werden die zwischenzeitlich beschlossenen Mobilitätsgesetze der Länder in der Planung berücksichtigt?
Die „Gerüchteküche“ berichtete schon 2024, dass am Knotenpunkt 1 die Bahngleise durch eine Brücke überbaut werden sollen, da der bisher geplante Knotenpunkt 1 durch den 30-Minutentakt der RB25 nicht (mehr) die erforderliche Leistungsfähigkeit hat. Dazu hätten interne Gespräche des Landesbetriebs für Straßenwesen mit diversen Behörden und politischen Gremien stattgefunden.
Nachdem im Januar 2025 der Landesbetrieb Straßenwesen der Gemeindeverwaltung eine Präsentation zum Knotenpunkt vorgestellt hatte, wurde per Adressat unbekannt diese Präsentation im Sommer 2025 Mitgliedern der AWG zugespielt.
Gezeigt wurden neu untersuchte Varianten für den Knotenpunkt 1. Von den 8 untersuchten Varianten erwiesen sich 7 Varianten als nicht leistungsfähig. Nur eine Unterführung der Regionalbahn wurde in der Voruntersuchung als mögliche Lösung zur Knotenpunktausbildung bewertet.
Weitere Änderungen an der bestehenden Planung zur Ortsumfahrung sind nicht geplant.
Positiv zu den Untersuchungen zum Knotenpunkt 1 ist zu bewerten, dass:
- die Einwendungen zur Leistungsfähigkeit des Knotenpunkt 1 als ebenerdige Kreuzung aus dem Planfeststellungsverfahren in 2011 nach 13 Jahren aufgegriffen und überprüft wurden.
- das Ergebnis gezeigt hat, dass die bisher geplante ebenerdige Knotenpunktausbildung nicht leistungsfähig ist.
- ein weiterer Kritikpunkt, die Notwendigkeit der Zufahrt von der Ahrensfelder Chaussee in die Dorfstraße in der überarbeiten Planung ebenfalls berücksichtigt wird. Durch die Sperrung der E.-v. Humboldt-Straße für den Durchgangsverkehr war ursprünglich eine Umfahrung über Hohenschönhausen nach Lindenberg und weiter nach Ahrensfelde notwendig, wodurch in erheblichen Maße Querverkehr in diese Richtung entstehen würde.
Zu beanstanden ist weiterhin, dass:
- auf die Forderung der Gemeinde den Verkehr aus Hohenschönhausen frühzeitig auf die Märkische Allee in Höhe der Wuhletalstraße zu leiten nicht eingegangen und die von der Gemeinde Ahrensfelde seit 3 Jahren geforderte Tunnel-/gedeckelte Trogvariante bisher nicht untersucht wurde.
- bei der Untersuchung die Verkehrszahlen auf der Ahrensfelder Chaussee ohne Begründung um 40% reduziert wurden. Wo verbleiben die „fehlenden“ 8000 KFZ/24h ?
- die Planung zum Knotenpunkt 1 im Bereich der Unterführung rückschließen lässt, dass auf der Dorfstraße nur minimale Verkehre angesetzt wurden. Auf der Lindenberger Straße befinden sich aktuell 12.000 KfZ/24 h. Diese Verkehrszahlen sind auf der Dorfstraße mindestens zu planen und verbleiben bei Anbindung der Ahrensfelder Chaussee.
- die kurzen Entwicklungslängen (Aufstelllängen vor den Kreuzungen) der Streckenabschnitte zwischen den Teilknotenpunkten TKP 3 und TKP 2 bei Ansatz realistischer Verkehrszahlen erneut zu Rückstau führen werden.
- im Besonderen die kurze Entwicklungslänge am TKP 3 mit nur 28 m von der Dorfstraße aus kommend, Rückstau auf der Dorfstraße durch den Fall „Abbiegen in Richtung Märkische Allee“ erzeugen wird.
- für den Autofahrer aufgrund der kurzen Entwicklungslängen in den Knotenpunktbereichen die Begreifbarkeit der Verkehrsführung nicht gegeben ist, was ein erhöhtes Unfallrisiko erzeugt und den Verkehr erheblich verlangsamt.
- die Parkflächen des P+R Parkplatzes vor der S-Bahn reduziert werden. Aktuell ist der Parkplatz ausgelastet und regelmäßig vollständig belegt.
- die Fußgänger- und Radwegverbindungen von dem Geh-Radweg aus dem Landschaftsschutzgebiet Gehrensee kommend, in der Planung mit großen Umwegungen (mehr als 500 Meter) verbunden sein würden.
Zusammenfassung
Die neue Planung zu dem Knotenpunkt 1 mit Unterführung der Regionalbahn überzeugt nicht, denn die Rückstauproblematik wird bei Ansatz realistischer Verkehrsstärken so nicht gelöst werden können. Dadurch wird die bisherige Planung zur Ortsumfahrung in der ebenerdigen Bauweise komplett infrage gestellt. Um eine leistungsfähige Verkehrslösung entwickeln zu können, sind neue Überlegungen erforderlich. Die Variantenprüfung der von der Gemeinde Ahrensfelde geforderten Tunnel-/gedeckelten Troglösung bietet im Rahmen der bisher erfolgten Untersuchungen/Planungen die Chance einer leistungsfähigen und zeitnahen Realisierung der Ortsumfahrung Ahrensfelde B158 n.
Auszug aus einer Präsentation des Landesbetriebs für Straßenwesen zur Unterführung der Bahntrasse am Knotenpunkt 1 (Dorfstraße am Ortseingang von Berlin):
